Der neue Bushof ist ein zukunftsgerichtetes Projekt für die ganze Region Sursee

Der Verkehr rund um den Bahnhof Sursee soll neu gelenkt werden. Der neue Bushof, die unterirdische Velostation sowie Aufwertung des Bahnhofplatzes vereinfachen die Verkehrsflüsse. So lässt sich der Bahnhof in Zukunft einfach, schnell und wenn immer möglich emissionslos erreichen. Zusätzlich erhält die Stadt Sursee mit dem Projekt ein neues Eingangstor in die Stadt.

Projektpartner

Das Projekt wird durch verschiedene Träger finanziert. An den Kosten beteiligen sich die SBB, der Kanton Luzern, die Nachbargemeinden und die Stadt Sursee. Weitere Beteiligte sind der Verkehrsverbund Luzern (VVL) zusammen mit den Transportunternehmen. Der Prozess der Standortevaluation wurde sorgfältig und über mehrere Stufen geführt. Der durch die Planungspartner Stadt Sursee, Gemeinde Oberkirch, Verkehrsverbund Luzern (VVL), SBB und dem regionalen Entwicklungsträger Sursee Mittelland (RET) unter Mitwirkung diverser Stellen, Parteien, Anstössern und Privatpersonen erarbeitete Masterplan wurde 2015 unterschrieben. Er bildet das Grundgerüst für die räumliche Entwicklung im Bahnhofgebiet.

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Fragen und Antworten

Haben Sie Fragen zum Projekt der Stadt Sursee auf dem Bahnhofareal? Antworten zu wichtigen Fragen finden Sie hier.

Dass die heutige Situation den Ansprüchen künftig nicht mehr genügen wird, wurde frühzeitig erkannt. Die Rahmenbedingungen zum vorliegenden Projekt wurden mit der Erarbeitung des Masterplans Bahnhof bereits 2015 definiert. Im Weiteren bestehen die gesetzlichen Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes (BehiG), welche bis Ende 2023 umgesetzt sein müssen. Die grosse strategische Bedeutung des Bahnhofes Sursee bedingt eine zuverlässige Zufahrt der Busse möglichst auch in Spitzenzeiten, um die Anschlüsse zur Bahn sicher zu stellen und damit die Wegketten für öV-Kunden attraktiv zu gestalten. Für den Fuss- und Veloverkehr sind attraktive, kurze und sichere Wege zu den Umsteigepunkten zu gewährleisten. Der Bahnhofplatz ist vom motorisierten Individualverkehr zu entlasten und damit aufzuwerten. Für eine Entflechtung und Optimierung braucht es neue Kiss+Ride-, P+R- und Taxiparkplätze. Durch weitere Arealentwicklungen soll das gesamte Gebiet als Eingangstor zur Stadt aufgewertet werden.

Ein provisorischer Bushof mit kurzen Distanzen zu den bestehenden SBB-Anlagen kann in keinem unbebauten Grundstück in unmittelbarer Nähe realisiert werden. Sei es aus Gründen der Anzahl geforderter Haltekanten (8 Haltekanten und 2 Kippkanten), aus gesetzlichen Gründen (Umsetzung BehiG), noch aus strategischen und finanziellen Gründen (nicht aufwärtskompatibel, aufgelaufene und noch zu investierende Kosten wären verloren). Ein Ausbau des Bahnhof Sursee ist abhängig vom Ausbau des Bahnhofs Luzern als Durchgangsbahnhof und damit noch überhaupt nicht gesichert. Der bestehende Bushof ist bereits heute an seiner Kapazitätsgrenze angelangt. Ein Provisorium kann auch aufgrund der erforderlichen Ausbaulängen für behindertengerechte Bushaltekanten im bestehenden Perimeter nicht realisiert werden bzw. wäre innert kürzester Zeit mit den gleichen Problemen konfrontiert (Personensicherheit, Verkehrsüberlastung).

Sämtliche direkten Anstösser wurden einbezogen: Mehrere persönliche Gespräche, Sitzungen in Begleitgruppe, offizielle Vernehmlassungen zu Projektzwischenständen und verschiedene Verhandlungen fanden statt. Es braucht von allen Partnern Kompromissbereitschaft zum Wohle der Allgemeinheit. Wie bereits im Masterplan festgehalten: «...die Platzverhältnisse im Raum Bahnhofplatz sind sehr beengt. Eine für alle Verkehrsteilnehmenden und sonstigen Betroffenen letztlich akzeptable Lösung ist nur möglich, wenn von allen Seiten auf eine Erfüllung von Maximalforderungen verzichtet wird.»

Die Zufahrt für Kunden und Lieferanten mit dem motorisierten Fahrzeug zu den Geschäften bleibt gestattet. Es ist gar mit mehr Publikumsverkehr (Fussgänger, Bus- und Bahnkunden, Radfahrende - belebter Bahnhofplatz und Bushof) zu rechnen. Durch die attraktive Ausgestaltung des Bushofes und der gesamten Umgebung wird der Bahnhofplatz generell aufgewertet und lädt zum Verweilen ein. Einige Kunden- und Besucherparkplätze gehen verloren. Das neue Verkehrsregime wird aber die heute vielen Falschparker auf dem Areal verhindern.

Mit einem Ausbau des Bahnhofes werden die Bahnperrons Richtung Süden auf mind. 420 Meter verlängert. Für diese langen Zugperrons braucht es die dritte Personenunterführung Süd. Die Unterführung Mitte ist und bleibt aber die Hauptpersonenunterführung und wird entsprechend auch ausgebaut. Der geplante Bushof liegt nach dem Ausbau des Bushofs immer noch genau mittig im gesamten Bahnhofsperimeter. Es trifft in keiner Weise zu, wie leider oft behauptet, dass der Bushof eine neue Personenunterführung Süd verunmögliche, das Gegenteil ist der Fall.

Bei einem Bahnhofsausbau fallen nahezu alle oberirdischen Velo­abstellplätze weg. Dank der zentralen unterirdischen Velostation werden sie mit dem Bushofprojekt weit vorausschauend ersetzt. Der Anstoss für den Miteinbezug der Velo­station und der Rampenzugänge in das Bahnhofplatzprojekt kam aus der Begleitgruppe und wurde im vorliegenden Bau- und Auflageprojekt entsprechend umgesetzt. Zentral für eine funktionierende Anlage dieser Grössenordnung sind optimale Zugangs­möglichkeiten und nahegelegene, grosszügige Anbindungen an die Umsteigepunkte der Bahn. Die Velostation ist an die zwei bestehenden SBB-Personenunterführungen (PU) ange­bunden. Es ergeben sich kurze Wege und ein hoher Umsteigekomfort vom Velo auf die Bahn. Dies trägt zu einer Verkehrsverlagerung vom Auto aufs Velo bei (auch ein Beitrag für weniger Stau auf den Strassen in Spitzenverkehrsstunden).

Die Grösse der Velostation im vorliegenden Bau- und Auflageprojekt ist auf die heutigen und mittelfristigen Bedürfnisse ausgelegt. Im Untergrund gibt es viele bestehende Erschliessungs- und Entwässerungsanlagen, welche teilweise erneuert oder gar ausgebaut werden. Diese (lebensnotwendigen) Versorgungsleitungen beanspruchen viel Platz im Untergrund. Daher fehlt für eine noch grössere unterirdische Velostation schlicht der Platz. Mit dem möglichen Ausbau des Bahnhofes SBB und insbesondere der neuen Personenunterführung Süd und allfälliger Arealentwicklungen auf dem bestehenden P+R-Parkplatz der SBB sind die künftigen Planungspartner gefordert, die wegfallenden Veloparkplätze im Süden zu ersetzen bzw. die Gesamtzahl deren zu erhöhen. Ob dies unterirdisch oder oberirdisch auf den südlichen Restflächen der SBB geschieht, kann zum heutigen Zeitpunkt nicht vorausgesagt werden.

Aus Norden (Leopold) und Osten (Bahnhofstrasse) ist der Zugang über je eine Rampe möglich. Eine Zufahrtsrampe zur Velostation von Süden her wurde geprüft. Der einzig mögliche Standort für die Rampe besteht in der Fussgängerzone zwischen dem bestehenden Industriegleis und der Busfahrbahn für den neuen Bushof. Die Rampe würde innerhalb der Interessenslinie der SBB liegen und müsste bei einem Bahnhofsausbau (ab 2040) zurückgebaut werden. Zudem gibt es einen Konflikt zwischen den Personenströmen ab dem Busperron zu den Gleisanlagen/ PU’s im Vorzonenbereich der Rampenabfahrt und dem Veloverkehr. Eine dritte (und später wieder rückzubauende) Rampe Süd stünde in keinem Nutzen- und Kostenverhältnis. Die Kunden aus dem Süden können weiterhin die oberirdische Veloabstellanlage im Süden nutzen, welche im Rahmen des Gesamtprojektes bedienerfreundlicher, moderner und grösser ausgebaut wird.

Westlich der Interessenslinie kann nichts erstellt werden, da die SBB dieses Areal komplett für den Ausbau des Bahnhofes benötigt (erstellte Bauwerke müssten zurückgebaut werden). Die Lage unter dem Bushof verunmöglicht vernünftige Zugänge (Rampen) zur Station inkl. fehlender Notausgänge und den zwingend nötigen direkten Anschluss an die beiden Personenunterführungen. Die PU Nord als Querungsroute (Velo) wäre nicht direkt an die Velostation angeschlossen. Die SBB beteiligt sich nur an den Erstellungskosten der Velostation, weil diese an die beiden PU’s angeschlossen ist und teils im SBB-Areal zu liegen kommt. Eine Kostenbeteiligung ohne Einhaltung dieser Rahmenbedingungen ist ausgeschlossen.

Nein, eine Bewirtschaftung ist nicht vorgesehen. Mehrere Beispiele zeigen, dass das Kosten-Nutzenverhältnis für bewirtschaftete Velostationen ungenügend ist und Velofahrer wild auf andere, nicht vorgesehene Abstellplätze/ Flächen ausweichen. Zudem würde der Kostenbeitrag der SBB an die Velostation kleiner ausfallen.

Neben rechtlichen Aspekten (zwingende Umsetzung des BehiG, Vorgaben des VVL) würde eine über sechsjährige Planungszeit zunichte gemacht mit sämtlichen negativen Folgen wie Kosten, Förderung des öV’s und Image der Stadt. Es müssten Provisorien erstellt und die Planung von vorne gestartet werden mit nicht absehbaren Folgen. Die weiteren, jetzt zugesicherten Kostenbeteiligungen der involvierten Partner wären in Frage gestellt. Der Perimeter für einen Ausbau des Bahnhofes müsste z.B. mit einer Planungszone trotzdem freigehalten bzw. gesichert werden mit allen negativen Folgen für die Arealentwicklungen im gesamten Bahnhofgebiet.

Der Prozess der Standortevaluation wurde sorgfältig und über mehrere Stufen geführt. Die Planungspartner Stadt Sursee, Gemeinde Oberkirch, Verkehrsverbund Luzern (VVL), SBB AG und regionaler Entwicklungsträger Sursee Mittelland (RET) erarbeiteten den Masterplan unter Mitwirkung diverser Stellen, Parteien, Anstössern und Privatpersonen und unter Einbezug aller notwendigen Planungsperimetern. Der Masterplan wurde 2015 gemeinsam unterschrieben und bildet das Grundgerüst für die räumliche Entwicklung im Bahnhofgebiet.

Es wurden mehrere mögliche Standorte geprüft. Wesentliche Anforderungen waren die unmittelbarere Nähe zu den Personenunterführungen der SBB (kurze Gehdistanzen), die Anzahl Bushaltekanten, der Möglichkeit zur Sperrung des Bahnhofplatzes für den motorisierten Individualverkehr (MIV), Erreichbarkeit, Sicherheit, Verfügbarkeit und städtebaulicher Aufwertung usw. Unter Berücksichtigung aller Faktoren hat sich der im Juni 2020 öffentlich aufgelegte Standort als beste Variante herauskristallisiert.

Der notwendige Platz für 8+2 behindertengerechte Haltekanten (22 cm Randsteinhöhe) und für die dazu erforderliche Länge der Busanfahrt reicht nicht aus. So konnte an keinem alternativen Standort die geforderte Anzahl Haltekanten zu Verfügung gestellt werden. Zudem wird eine Überbauung dieser Baufelder verunmöglicht, was für die privaten Grundeigentümer grosse Verluste an Vermögenspotentialen hätte. Aus städtebaulichen Überlegungen wäre es höchst fragwürdig, das Tor zur Stadt mit grossen Lücken für einen Bushof oder gar offener Fläche für eine Veloparkierung auszugestalten. Die Areale sollen ineinandergreifen und in Volumen, Höhe und Gestaltung der Wohn- und Gewerbeflächen den Verkehrsraum vom Stadtgebiet massvoll abgrenzen.

Das Behindertengleichstellungsgesetz BehiG ist bis Ende 2023 umzusetzen. Bushaltekanten sind bis dahin anzupassen. Der Bahnhof Sursee ist der wichtigste öV-Hauptverkehrspunkt auf der Luzerner Landschaft und in unmittelbarer Nähe zum Paraplegikerzentrum Nottwil. Der bestehende Bushof ist bereits heute an seiner Kapazitätsgrenze, die Sicherheit der Benutzer ist zu Spitzenzeiten nicht mehr gewährleistet, es fehlt an Attraktivität und die Fahrplansicherheit ist nicht mehr gewährleistet. Die Finanzierungszusagen würden bei einem weiteren Aufschub dahinfallen. Einzig mit Konzepten und jahrelangen Planungen ohne den effektiven Willen zur zeitnahen Umsetzung wird das Ziel der Umlagerung vom MIV zum öV-, Velo- und Fussgängerverkehr auch längerfristig nicht erreichbar sein. Die Verkehrsprobleme auf den Strassen der Region können damit nicht gelöst werden. Es liegt ein ausführungsbereites, austariertes, zukunftsweisendes und den Bedürfnissen entsprechendes Projekt vor, das nun endlich auch umgesetzt werden soll.

Eine Unterführung Süd würde heute einzig Oberkirch Haselwart und Sursee Bahnhofplatz verbinden. Aufgrund der heutigen Lage der Zugperrons und Geleise ist kein direkter Zugang auf die Perrons möglich. Die bestehenden bzw. neu geplanten Velounterstände im Süden würden entfallen. Die Stadt müsste sämtliche Kosten allein tragen und eine weitere Verwendung/ Kompatibilität mit dem möglichen Bahnhofausbau 2040 ist höchst unwahrscheinlich. Die SBB rät von einer vorzeitigen Realisierung entschieden ab.

Um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden, aber insbesondere von Fussgängern und Radfahrern zu erhöhen sowie den Busbetrieb des Bushofes möglichst störungsfrei und damit zuverlässig sicherzustellen.

Der Verkehr verlagert sich auf die Ring- bzw. Umfahrungsstrasse. Die Bahnhofstrasse, Centralstrasse, Christoph-Schnyder-Strasse und vereinzelte Quartierstrassen werden durch die Sperrung eine minimale Mehrbelastung erfahren. Im Zuge der geplanten Arealentwicklungen wird mit unterschiedlicher Höhe Mehrverkehr gerechnet. Diese Prognosezustände werden zurzeit durch Spezialisten und die Stadt Sursee analysiert, Massnahmen aufgezeigt und die nötigen Schritte eingeleitet.

Die SBB beteiligt sich mit 1,75 Millionen Frankean den Kosten der unterirdischen Velostation. Aufgrund der finanziell schwierigen Lage reduzierten die SBB ihre Kostenbeteiligung im Oktober 2021 auf 750'000 Franken. Schliesslich konnte ein für beide Parteien zufriedenstellenden Kompromiss gefunden werden.

Mit dem Bundesbeschluss über die Finanzierung und den Ausbau der Bahninfrastruktur (Fabi) hat das Stimmvolk eine neue Aufgabenteilung bei der Finanzierung der öV-Infrastrukturen beschlossen. Der Bund sichert seit 2016 den Unterhalt der gesamten Schieneninfrastruktur und finanziert die von ihm beschlossenen Ausbauvorhaben aus dem neu geschaffenen Bahninfrastrukturfonds (BIV). Der Bahnhofsausbau (inkl. Gleisbau, PU-Süd usw.) und dessen Finanzierung erfolgt somit durch den Bund. Der Zeitpunkt für Planung und Realisierung ist abhängig von den durch das eidg. Parlament beschlossenen Ausbauschritte.

Der Bund beteiligt sich mit dem Programm Agglomerationsverkehr (PAV) finanziell an Verkehrsprojekten von Städten und Agglomerationen. Die Region Sursee Plus gehört gemäss der Verordnung über die Verwendung der zweckgebundenen Mineralölsteuer und weiterer für den Strassenverkehr zweckgebundener Mittel (MinVV) nicht zu den beitragsberechtigten Städten und Agglomerationen (BeSA) und kann somit nicht am PAV teilnehmen.

Die Nachbargemeinden sehen den Handlungsbedarf insbesondere auch hinsichtlich der Mobilitätsstrategie. Es ist unbestritten, dass das Generationenprojekt Bahnhofplatz-Bushof einen klaren Mehrwert für die gesamte Region generiert. Das Projekt wird dementsprechend von den Nachbargemeinden auch unterstützt.